Downhill Brenner 2011

(25.-26.06. 2011)

Im Juni geht es im Wipptal heiß her, wenn der legendäre Austria Extreme Cup erstmalig im Bikepark Tirol Station macht. Am Wochenende vom 25. und 26. Juni 2011 werden im neuen Bikespot, im Herzen der Alpen, an die 200 downhillbe-geisterten Sportler und zahlreiche enthusiastische Zuschauer erwartet. Steinach am Brenner/ Tirol, April 2011…..


Vor einer Woche sah es noch so aus, als würde es das dritte Regenrennen hintereinander werden. Am Donnerstag, an dem die Strecken schon vorab befahren werden konnte, gab es noch heftige Regenschauer. Auch bei der Fahrt nach Tirol am Freitag Morgen hat es noch geregnet. Aber rechtzeitig zum Zelt-Aufstellen und für die ersten Trainingsruns hörte der Regen auf.

Die Rennstrecke war eine Kombination aus der leichten Bikepark-Strecke und Singletrail-Abschnitten im Wald. Trotz des Regens am Vortag und obwohl die Strecke komplett neu war und die Bikepark-Abschnitte noch nicht eingefahren waren, präsentierte sich die Strecke alles andere als tief. Kein Problem für Trockenreifen. Die oberen Bikepark-Abschnitte trockneten bis Mittag komplett auf. Und auch in den oberen Wald-Abschnitten kam es zu keinen tieferen Stellen. Nach dem Training und den Seeding-Runs der 160 Rennteilnehmer am Samstag gaben ein paar Anlieger zwar etwas nach, allerdings blieb das im für Rennen üblichen Bereich. Da der Großteil der Strecke eher flach war, konnte man die Bremswellen fast mit einer Hand abzählen.

Ab der Hälfte führt die Strecke allerdings in einen Graben wo dann doch einiges Wasser im Boden war, sodass es drei bis vier – teilweise etwas längere – Stellen gab, wo der Boden über das ganze Wochenende hinweg tiefer blieb.

Der unterste Teil startete mit einer steilen, hängenden und schnellen Abfahrt im Wald. Darauf folgten zwei längere Tretpassagen, die durch ein kurzes Waldstück mit lässigen Kurven unterbrochen waren. Vor dem Waldstück gab es eine alternative Line mit einer sehr schnellen und engen Baumdurchfahrt. Nach der zweiten Tretpassage (wobei hier ein 36er Kettenblatt zu klein war) folgte noch die Einfahrt zum Zielsprung und das Ziel.
Die Strecke gehört mit einer Siegerzeit von 5:41,09 sicher zu den längsten Downhill-Rennstrecken in Österreich. Die durchschnittlichen Fun-Class-Fahrer waren 7 Minuten unterwegs. Für mich als Fun-Class Fahrer war die Strecke trotzdem eine wenig anstregende Strecke, weil man nicht ständig auf der Bremse sein musste, und es nur wenige schwierige Stellen gab. Für Elite-Fahrer dürfte sie aber sicher fordernd sein, weil man an sehr vielen Stellen mit ein paar kräftige Pedal-Umdrehungen eine bessere Zeit rausholen konnte und man vorallem unten viel treten musste. Bei 6 Minuten geht das schon rein.

Für die Bergeralm war das das erste Downhill-Event – noch vor der offiziellen Eröffnung des Bikeparks. Trailsolutions hat allerdings schon ausreichend Erfahrung mit den Nordketten-Downhill-Rennen und ähnlichen Events sammeln können. Der Sprecher ist schon längst kein Unbekannter mehr in der Downhill-Szene und umgekehrt kennt er schon die eine oder andere Background-Story zu den Bikern. Die Bikes werden auf der Bergeralm so transportiert, wie auf der Planai. Allerdings gibt es schon die Führungen für die Hinterräder (wie jetzt auch auf der Planai), damit die Bremsscheiben und Gabeln nicht beschädigt werden. Beim Rennen konnten die Bikes auch teilweise mit in die Gondel hineingenommen werden, sodass es zu so gut wie keinen Wartezeiten kam. Die Räder mussten zwar vorher abgespritzt werden, allerdings standen dazu an die 15 Schläuche mit Fahradständer und Paletten zur Verfügung, sodass es hier ebenfalls zu keinen Wartezeite kam. Bei den Anzeigetafeln für die Zeitnehmung gab’s hin und wieder eine Verzögerung, aber dafür standen die Ergebnislisten wie schon beim Nordkette-Downhill im letzten Jahr sehr schnell zur Verfügung.

Beim Seeding Run am Samstag Nachmittag konnte sich der Südafrikaner Johann Potgieter mit 5:52,78 knapp vor Boris Tetzlaff den ersten Platz sichern. Johann Potgieter ist kein ganz Unbekannter in Österreich. Er war früher öfters mit den Jungs aus Schladming unterwegs.

Interessant war, dass mit Matthias Stonig, Mathias Haas, Benedikt Purner, Rüdiger Jahnel und Manuel Gruber insgesamt 7 Fahrer innerhalb von 10 Sekunden lagen, dann aber ein Abstand von über 16 Sekunden folgte. Bei den Junioren fuhr David Trummer einen 20 Sekunden-Vorsprung auf den Zweitplatzierten heraus. Petra Bernhard lag überhaupt fast 40 Sekunden vor Elke Rabeder und eineinhalb Minuten vor Tamara Ulrich.

Bei den Masters war Sebastian Schreinmoser vor Gordon Nogalla und Christian Panzer der Schnellste. Schnellster U17-Fahrer war Pascal Engel.

In der Fun-Class der Herren führte der 2-fache 24h-Downhill Sieger Daniel Tulla das Seeding-Run-Ranking an. Bei den Fun-Class-Damen waren 8 Bikerinnen am Start, sodass insgesamt 13 Damen beim Rennen mitfuhren. Auch beim Rennen am Semmering waren schon vergleichsweise viele Damen am Start. Eine erfreuliche Entwicklung. Schnellste der Fun-Class war Hanna Moser.

Hatte die Tage zuvor schon immer mal wieder die Sonne durchgeschaut, so erwartete uns am Sonntag schönstes Wetter und deutlich höhere Temperaturen. Die Strecke hat weiter aufgetrocknet. Außerdem hatten beim Seeding-Run-Lauf viele sicher noch nicht ihr Letztes gegeben – vorallem nicht beim Treten. So konnte man sich auf noch schnellere Zeiten einstellen. Im Schnitt waren die Zeiten dann auch um fast 10 Sekunden schneller als beim Seeding Run.
Am Vormittag stand noch das Warm-Up auf dem Programm. Kurz nach Mittag wurde es dann ernst. In der Klasse U17 konnte Pascal Engel von Alpine Commencal den ersten Seeding-Run-Platz halten und vor Georg Wolf und Allacher Marcus gewinnen.

In der Fun-Class der Damen gewann Hanna Moser vor Kathrin Helling und Lisa Breckner. Hanna Moser wäre mit ihrer Zeit von 7:07,73 sogar zweite in der Klasse Elite Damen geworden.

In der Fun-Class der Herren gewann Sebastian Moser vor Erich Wieland (beide M&M Bikeshop) und Roman Wilhelmer. Daniel Tulla, der beim Seeding Run noch dominiert hatte, hatte beim Finallauf einen schlimmen Sturz. Soweit ich weiß hat er sich den Arm gebrochen und Kopfverletzungen davongetragen. Laut letzten Facebook-Eintrag scheint es doch nicht so schlimm zu sein, wie am Anfang befürchtet. Eine OP folgt am Donnerstag oder Freitag. Damit kann er sicher auch nicht beim 24h-Downhill am Semmering mitfahren, wo heuer ja ein starkes Duell zwischen den zwei Siegern der letzten 4 Jahre (Martin Strasser und eben Daniel Tulla) erwartet worden wäre.

Gute und schnelle Besserung an dieser Stelle!

Zurück zu den Ergebnissen:
In der Masters-Kategorie waren diesmal nur 8 „Alt“-Herren am Start, da zeitgleich die Masters-EM in Kranjska Gora stattfand. Im Finale konnte sich dann Gordon Nogalla von Trailsolutions gegen Sebastian Schreinmoser (Canfield Brothers Factory Team) durchsetzen. Auf den dritten Platz kam Vizemeister vom Semmering Mario Arn (Flatout Racing).

Bei den Junioren sorgte wieder einmal David Trummer von Revolution Racing für Furore. Mit 5:46.28 fixierte er die drittbeste Zeit des Tages und war somit der zweitschnellste Österreicher über alle Klassen. Der zweitplatzierte Joachim Noflatscher aus Italien hatte bereits über 35 Sekunden Rückstand. Dritter wurde Martin Höller.

Bei den Damen siegte Petra Bernhard von Alpine Commencal überlegen vor Elke Rabeder und Tamara Ulrich. Die Revolution-Racing-Team Fahrerin Elke Rabeder hatte Glück im Unglück, als ihr kurz vor dem Start die Kette riss, sie aber noch kurzfristig eine Ersatzkette auftreiben konnte.

Weniger Glück hatte da Rüdiger Jahnel (Specialized-Mountainbiker), dem die Kette nach der zweiten Kurve riss und er so auf dem häufig flachen Kurs keine Chance hatte, seinen 6. Platz vom Seeding Run in der Klasse Elite Herren zu bestätigen. Schnellster bei den Herren war wie schon im Seeding Run Johann Potgieter aus Südafrika vor Vizestaatsmeister Boris Tetzlaff (Alpine Commencal). Mathias Haas konnte Matthias Stonig (Canfield Brothers Factory Team) noch vom Podest stoßen.

Downhill