iXS European DH Cup 4 Spicak, CZE 2015

(14.08. – 16.08.2015)

Die Rennserien des IXS European DH Cup neigen sich dem Ende zu. Lediglich ein Rennen im September steht noch aus. Die Stoahupfa Christian Arzberger, Kevin Trabi und Walter Jammernegg machten sich am Wochenende vom 14.08.2015 – 16.08.2015 auf den Weg nach Tschechien, um den vierten Lauf des Downhill-Europacups zu bestreiten. Diesmal sogar mit erweitertem Team-Support.

Spicak, Tschechien – ein kleiner verschlafener Ski-Ort an der Grenze zu Deutschland verwandelt sich jedes Jahr zum Austragungsort des IXS European DH-Cup. Die Strecke ist mit keiner anderen im gesamten Cup vergleichbar. Obwohl der Austragungsort ein offizieller Bikepark ist, hat der Race-Track einen sehr natürlichen Charakter. Wenig künstlich gebaute Elemente, einfach in die natürlichen Gegebenheiten eingebettet. Ganz im Gegenteil zu den üblichen Bikepark-Tracks.
Jeder litt in den letzten Wochen unter der Hitze und Dürre. So auch der Race-Track. Feiner tiefer Staub machte es den Fahrern schwer, Grip und eine gute Linie zu finden. Zweites vor allem, da man unter dem tiefen weichen Staub oftmals spitze Steine oder Wuzeln vorfand, die man erst bemerkte, wenn man sie mit voller Wucht traf. Am Freitag wurde noch gescherzt, wie wichtig etwas Regen für den Track und die Bedingungen wäre… Dass sich dies im Laufe des Wochenendes noch ändern sollte, ahnte bis dahin noch niemand.

Anscheinend muss man als Rennfahrer zu den Frühaufstehern gehören, denn auch diesmal hieß es um 05:00 Uhr Früh Abfahrt zum nächsten Rennen. Das Prozedere vor Ort ist im Grunde jedes Mal dasselbe. Startnummer holen, Team-Area aufbauen, Bikes vorbereiten und los geht’s mit dem ersten Trainingslauf. Diesmal gab es jedoch bei unserer Ankunft eine kleine Überraschung. Der Team-Support des Grazer DH-Teams Gravity Eagles reservierte die Team-Area, direkt neben Ihrem Support-Zelt, für die Stoahupfa. Da zwar der Gravity-Eagles-Team-Support in Spicak war, jedoch keine Fahrer diesen in Anspruch nahmen, kamen die Stoahupfa in das Vergnügen, sämtliche Werkzeuge, Hochdruckreiniger etc. mitbenutzen zu dürfen – an dieser Stelle noch einmal ein riesengroßes Dankeschön an Ferdinand Gotthard für die Hilfe und Unterstützung am Renn-Wochenende.
Die Trainingstage Freitag und Samstag verliefen für die Stoahupfa recht unspektakulär. Es wurden einige unterschiedliche Linien probiert, um die schnellstmögliche Zeit am Sonntag ins Ziel zu bringen.
Im Gegensatz zu den Teilnehmern des BC Stoahupfa verliefen die ersten beiden Tage für andere Rennfahrer nicht so gut. Selten waren die Stoahupfa bei einem Rennen, an dem sie so viele platte Reifen, kaputte Felgen und Schaltungen sahen und so oft der Rettungswagen zum Einsatz kam.
Im Nachhinein betrachtet war es die logische Konsequenz der Bedingungen, wie sie an diesem Wochenende vorherrschten.
Der Seedingrun startete am Samstag bei strahlendem Sonnenschein. Das Ziel der Stoahupfa war es, einen sicheren Lauf ins Ziel zu bringen, um keinen Sturz oder Defekt zu riskieren und so einen soliden Startplatz für Sonntag einzufahren.
So finishten Christian Arzberger mit 4:13, Kevin Trabi mit 3:58 und Walter Jammernegg mit 3:48.

Motiviert vom guten Verlauf des letzten Tages wurden noch am Samstagabend die Bikes für den Renntag vorbereitet und noch Strecken-Studium von der Helmkamerafahrt betrieben.
Der Sonntag präsentierte sich, wie schon die Tage zuvor, von seiner sonnigen Seite und nach drei Stunden Trainingszeit sollte auch der Finallauf des vierten Europa-Cup Wochenendes folgen.
Als Starter der Pro Masters Klasse machte sich Walter Jammernegg als Erster auf den Weg in Richtung Bergstation. Doch als er im Sessellift Platz nahm, schlug plötzlich keine 10 Sekunden später das Wetter um. Binnen kürzester Zeit gab es Starkregen und Gewitter. Ideale Bedingungen, wenn man 15 Minuten in einem Sessellift verbringen muss. Völlig durchnässt stand Walter Jammernegg so am Start und musste erfahren, dass die Startzeiten aufgrund des Gewitters nach hinten verlegt werden mussten. Das Einzige was jetzt noch zählte, war zu versuchen nicht völlig auszukühlen.
Mit einiger Verzögerung ging Walter Jammernegg an den Start. Das erste Mal seit 10 Jahren wieder mit Klickpedalen unterwegs (funktionierte am Sonntag im Trockenen sehr gut) und einen rutschigen Race-Track vor sich. Durch den Regen gestaltete sich der Track gerade für die ersten Starter mehr als anspruchsvoll, da die ersten paar Zentimeter der Staubsicht nun eisglatt waren. Darunter sollte es wieder trockener werden.
Mit der Kombination aus Streckenbedingungen und Klickpedalen überfordert und mit einigen Fehlern kam Walter Jammernegg mit einer Zeit von 4:11 ins Ziel und finishte in der Klasse Pro Masters mit Rang 23.
Im selben Moment machte sich der Junior der BC Stoahupfa, Kevin Trabi, nach kurzem Feedback von Walter Jammernegg auf den Weg Richtung Start.
Er sollte die Fahnen der BC Stoahupfa hoch halten. Da es sich um sein erstes Europa-Cup Rennen handelte, war Kevin sichtlich nervös. Doch als die Uhr zu Laufen begann, war die Nervosität wie weggeblasen. Die Strecke war bereits etwas griffiger geworden und Kevin gab alles, um einen guten Lauf ins Ziel zu bringen. Die Motivation sollte sich bezahlt machen. Kevin Trabi beendete seinen guten Rennlauf mit einer Zeit von 04:03 und Rang 24 in der U19 Klasse.
Als Letzter der BC Stoahupfa ging der PRO Elite Fahrer Christian Arzberger an den Start. Christian hatte am meisten Zeit, sich an die neuen Bedingungen anzupassen. So konnte er seine Trockenreifen noch mit Regenreifen tauschen, um ein Maximum an Grip zu generieren. Gut vorbereitet und wohl wissend, was ihn an welchen Passagen erwarten sollte, startete Christian in seinen Rennlauf, der sehr gut und fehlerfrei klappte. Bis er jedoch zu viel riskierte und crashte. Neben einigen Schrammen kostete ihn dieser Sturz enorm viel Zeit. Mit 4:53 fand sich Christian leider eher am unteren Ende der Ergebnisliste wieder.

Aber: “That’s racing!“ Rennen fahren bedeutet nicht nur schnell zu sein, es hat auch sehr viel mit Taktik, Strategie und Risikobereitschaft zu tun. Genau mit der richtigen Mischung aus diesen Elementen, sowie perfekt funktionierendem Material und der nötigen Portion aus richtiger Fahrtechnik und Motivation, kann man eine schnelle Zeit ins Ziel bringen.

 

Downhill