Lieschis Saisonrückblick 2026
Der Winter 2025/26 war ein außergewöhnlicher, zumindest hier an der südsteirischen Grenze zu Slowenien. Es hatte Ende Dezember 50cm geschneit, dieser Schnee blieb dann bis Anfang Februar liegen. Im Februar gab es dann eine Woche trockenes Wetter, bis dann wieder ein Wintereinbruch mit einem halben Meter nassen Neuschnee für schlechte Trainingsverhältnisse sorgte. Eigentlich kann man die milden Verhältnisse in der Südsteiermark gut für das Wintertraining am Rad nutzen, doch dieses Jahr wurden meine Laufschuhe für zwei Monate meinen besten Begleiter. Ende Februar war es Endlich soweit und längere Einheiten am Rad konnten absolviert werden. Die nächsten zwei Monate vergingen sehr schnell und die Rennsaison stand vor der Tür. Anfang Mai war es dann soweit, es ging zur Wipfel Trophy in der Rachau.
Wipfel Trophy – 09.05.2026 – 70 km, 3050 hm – M40: 3. Platz
2024 bin ich diese Stecke schon gefahren, und mir gefällt dieser Rundkurs mit ca. 23km und rund 1000 Höhenmetern sehr gut. Auf der A Stecke bedeutet das dann 3 Runden mit gut 3000 Höhenmetern zu bewältigen. Die Anstiege sind alle recht steil, die Abfahrten von schnellem Schotter bis richtig bockige Trail Passagen, alles dabei. Wie schon berichtet konnte ich den dritten Platz in meiner Klasse erreichen. Das war eine deutliche Verbesserung zu 2024, obwohl ich mir eine noch bessere Zeit erhofft hätte, aber für das erste Rennen ganz okay.
Granitmarathon – 24.05.2026 – 90 km, 3100 hm – M40: 18. Platz
Nach dem guten Ergebnis bei der Wipfel Trophy wollte ich hier richtig Gas geben. 2024 bin ich hier durchgefahren, hatte aber auch einen Sturz. Es sollte dieses Jahr deutlich besser laufen, hoffte ich. Vom Start weg ging es vorerst recht gut voran, das Gefühl war nicht schlecht. Ich habe dann leider bei der Verpflegung einen Fehler gemacht, zu wenig Nahrung aufgenommen, falsche Zusammensetzung vielleicht? In der dritten Stunde kam dann ein Leistungseinbruch, sowas habe ich eigentlich noch nie erlebt. Es war voll die Energie weg, an steilen Anstiegen war ich dem Absteigen schon nahe, sowas kenne ich normal nicht. So um die fünfte Stunde herum ging es dann wieder halbwegs voran und ich schaffte es ins Ziel. Die Zeit entsprach dann ca. jener von 2024, aber gefühlt war dieser Tag für die Katz!
Nach einer guten Leistung bei der Wipfel Trophy kam eine eher sehr durchwachsene Phase. Beim Granitmarathon hatte ich Fehler mit der Verpflegung gemacht, aber ich hatte auch Symptome die ich mir nicht ganz schlüssig erklären konnte. Jedenfalls bedürfte es einem Feintuning. Natürlich hat man immer seine Probleme, ein Mensch ist halt keine Maschine. Es geht nicht immer nur nach vorne! Es gab im Laufe dieser Saison wieder Änderungen im Trainingsumfang und eine Umstellung der Ernährung wurde durchgeführt. Es braucht halt seine Zeit bis alles harmoniert.
Gipfelsturm Stattegg – 04.07.2026 – 41 km, 2050 hm – M40: 8. Platz
Der Schöckl Gipfelsturm mit dem Ziel am Schöckl taugt mir, auch wenn ich lieber lange Strecken fahre, so mache ich hier gerne eine Ausnahme. Ich bin 2025 auch schon gefahren, die Anstiege sind herausfordernd und die Abfahrten teils beinharte Geschichten wo schon ein bisschen Fahrkönnen erforderlich ist, ja es ist halt Mountainbiken. Leider wie schon 2025 ein recht überschaubares Fahrerfeld, wo man sich schon denkt „Leute nutzt doch diese Rennen“! Jedenfalls geht es recht schnell los und ich war auch gut dabei. Aber so nach 1,5 Stunden fällt bei mir wieder die Energie ab, nicht so krass wie beim Granitmarathon aber deutlich spürbar. Naja was soll man machen! Es geht gut ins Ziel am Schöckl, trotz Problemen deutlich schneller als 2025.
Eine positive Eigenschaft die ich immer mehr an mir schätze, ist mein Alter, man ist einfach gelassener und ruhiger als mit zwanzig Jahren. Man macht mal Pause, macht mal was anderes, Zeit um zu analysieren. Aber wenn es August wird kommen halt wichtige Termine wie der Ironbike, mein absolutes Lieblingsrennen. Aber ich bin kein Typ der dorthin fährt und mal probiert ob leistungsmäßig was weiter geht! Da will ich im Kopf schon die Sicherheit haben, dass ich schon eine gute Leistung abrufen kann. Der M3 Montafon Marathon eine Woche vor dem Ironbike passt mir da ganz gut. Ich wollte da schon letztes Jahr fahren, aber ist halt ins Wasser gefallen.
Montafon M3 – 01.08.2026 – 75 km, 2500 hm – M40: 7. Platz
Die Langstrecke mit 75km und 2500hm ist genau richtig um zu testen ob ich für den Ironbike voll fit bin, sämtliche Unsicherheiten müssen aus dem Kopf verschwinden. In Schruns angekommen habe ich am Freitag am Kirchplatz die Startnummer abgeholt und den schönen Ort ein wenig erkundet. Am Abend gab es noch ein kleines Gewitter, aber es wird der Strecke nicht schaden. Die Schrunser sind Frühaufsteher, am Samstag um 7:30 rollt das Feld mit ca. 350 Fahrern los. Allzu lange ist es beim Einrollen nicht geblieben, aus dem Ort heraus auf breiter Straße sind wir dann von der Leine gelassen worden. Jetzt drückt mal jeder ein bissl drauf, ich habe mich nicht gleich mitreißen lassen, es warten jetzt 15 Kilometer bergauf mit 900 Höhenmetern. Es geht in einer weiten Schleife ins Silbertal und dann zurück Richtung Kristberg. Die Strecke wechselt von festem Schotter, zu Alm- und Waldwegen und ist sehr schön zu fahren. In den Anstiegen immer mit ordentlich Steigung, genau was mir gefällt. Es geht was weiter! Nach dem ersten langen Anstieg geht es immer leicht rauf und runter, auf wunderbaren Wegen, mit tollen Panoramablicken auf die umliegende Gebirgswelt. Mir gefällt sowas total, vor allem am Vormittag, wenn die Luft kühl und klar ist. Dann führt die Strecke in eine Almschleife so zwischen 1500 und 1800m, da war dann schon ordentlich Druck am Pedal gefragt, die Stecke beißt jetzt ein wenig. Nicht leichter die Abfahrt, zunächst schnelle Alm Wege, gefolgt von Waldwegen und schlussendlich felsiger Steig! Ein paar Meter habe ich dann auch getragen, man tut sich gleich einmal weh, und das wollte ich nicht riskieren. Langsam wird der Trail flacher und im Talboden lädt er zum Heizen ein, aber die Wurzeln und Felsen sind nass und rutschig! Ich habe sofort gemerkt, so jetzt aufpassen, der Vorderreifen verträgt jetzt nicht viel Bremspower. Dann ist es auch schon passiert, Fahrer sitzen schon neben der Strecke und brauchen vom Sanitäter ein paar Pflaster, ich hoffe es ist nichts Ärgeres. Vom Bartholomähberg geht es Richtung Vandans zwischen Stau- und Ausgleichsbecken der Illwerke vorbei zum zweiten langen Anstieg. Ich bin zufrieden, noch keine Probleme mit dem Energiehaushalt oder Leistungseinbrüchen. Aber ich muss das jetzt wissen, ob ich eine volle Renndistanz mit Druck durchfahren kann? In Vandans nochmal ordentlich Verpflegung aufgenommen und dann voll rein in den Anstieg! Steile 700 Höhenmeter warten jetzt nach gut 48 gefahrenen Kilometern. Genau meine Verhältnisse, alles steil, zunächst asphaltiert dann Großteils auf Schotter umgeben von altem Bergwald, wirklich schön und zäh! Man schraubt sich den Berg hinauf, ich kann ein gutes Tempo fahren und meine nahen Verfolger müssen jetzt reinbeißen, wenn Sie dranbleiben wollen! Wenn es wieder flach wird, kommt ein altes leiden von mir zum Vorschein, ich nehme dann zu viel Druck weg, und wenn ich dann noch alleine bin, werde ich langsamer. Das ist ein Punkt an dem muss ich arbeiten, diese Leiden hatte ich in jungen Jahren auch schon! Die Abfahrt ist dann nicht so schwierig und die letzten 10 Kilometer fährt man den Ill entlang und dann wieder zurück ins Ziel nach Schruns. Ich bin das ordentlich gefahren, konnte eine gute Platzierung erreichen und den Rückstand zu einigen guten Fahrer reduzieren. Am wichtigsten für mich ist aber, wieder die Gewissheit zu haben, ein schweres Rennen voll durchfahren zu können. Schruns war toll, die Strecke wirklich sehr schön, nur natürliche Wege, Pfade und Trails, umgeben von tollen Panoramen. Am Kirchplatz waren tolle, schöne Stände aufgebaut. Eine eigene Bühne für die Siegerehrung, die am Abend mit Live Musik bespielt wurde. Ein rundum tolles Event mit Festcharakter.
Ischgl Ironbike – 08.08.2026 – 83 km, 3580 hm – M40: 8. Platz
Endlich ist der Tag gekommen, Ischgl Ironbike es wird Zeit wieder ein paar Watt auf die Kurbel zu bringen. Eine neue Strecke wartet zudem! Ich bin voll motiviert aber trotzdem ruhig. Gestartet bin ich wieder hinten im letzten Block, weil ich die Nennung immer erst in der letzten Woche tätige. Aber egal, um 8:00 Uhr geht es los und wir rollen aus dem Dorf hinaus auf die Hauptstraße Richtung Mathon. Nach kurzer Fahrt geht es dann in einem Abzweig runter von der Hauptstraße auf einen Schotterweg, da gibt es kurz ein Gedränge, aber dann geht die Post ab, wie man so schön sagt! Ich schalte auf Überholmodus und arbeite mich nach vorne. Das geht auch ganz gut, gleichzeitig aber versuchst du nicht zu lange im dunkelroten Bereich zu fahren. Es taugt mir voll, bei keinem anderen Rennen ist das Feeling bei mir so einzigartig wie hier! Von Mathon geht es dann weiter nach Galtür auf einer neuen Schleife um Galtür herum. Sehr schöne Wege ein echter Gewinn für die Strecke. Von Galtür geht es dann zurück nach Ischgl. Nach ca. 1,5 Stunden ist man jetzt voll im Rennen angekommen, Bereit für den ersten ultimativen Kletterrausch. Davor wird in Ischgl aber noch ordentlich Verpflegung aufgenommen. Es geht jetzt beinhart, so richtig ins eingemachte, von Ischgl auf 1370m zur Idalp auf 2320m. Ich beschließe gleich ordentlich Gas zu geben, den die ersten 1,5 Stunden haben sich gut angefühlt, müsste alles passen. Ich kann eine gute Trittfrequenz finden und der Gang passt auch. Ständig überhole ich nur Nummern unter 100, also erster Startblock viele Gute Fahrer. Auf der Idalp angekommen wird Verpflegung aufgenommen, das absolut wichtigste bei so einem Rennen. Und weiter geht es, bergauf natürlich, diesmal links weiter Richtung Idjoch auf ca. 2750m. Der Anstieg ist steil, aber auf dem Schotter noch gut fahrbar. Ich habe bei meinem Tempo ein gutes Gefühl und kann den Gang hinauf zum Idjoch auf 2750m durchhalten. Es geht weiter leicht bergab und bergauf am Gebirgskamm entlang auf den sogenannten Schmuggler Trails. Wirklich toll und atemberaubend. Im Bereich Greitspitze steilt der Weg wieder an und auf steilem, schmalem Pfad aber noch gut fahrbar windet sich der Trail um den Bergrücken herum aufwärts. Irgendwann fährt man dann bei einer Bergstation vorbei und ich lese 2848m. Man hat wieder was draufgesetzt, echt spektakulär, wenn man auf 2850m mit dem Mountainbike unterwegs ist. Dann biegen wir ab, Richtung Schweiz. Abfahrt auf den Schmuggler Trails Richtung Alp Trida und weiter nach Compatsch auf 1715m gelegen. Der Trail wieder Wahnsinn, ein nur Lenker breiter Pfad endloser Länge, ist einfach unglaublich was sich da hinunter schlängelt. Man muss voll konzentriert fahren, es gibt kaum Erholung, man merkt es in den Oberschenkeln, steht durchgehend am Rad, was wirklich schmerzhaft ist! Wenn man mal kurz auf einen Weg kommt und es laufen lassen kann, und ein paar Umdrehungen auf der Kurbel möglich sind, dann freut sich die Muskulatur richtig. Von Compatsch auf 1715m geht es in Richtung Samnaun Dorf auf 1840m, dort wartet eine wichtige Verpflegungsstation bevor es dann richtig zur Sache geht. Es geht jetzt in den zweiten und letzten aber entscheidenden Anstieg von 1840m, auf den Salaaser Kopf auf 2750m. Zu Beginn geht noch das zweite Ritzel, aber bald geht es nur noch mit 52 Zähnen vorwärts. Nach vier Stunden steht da dieser Berg vor einem, aber es ist noch alles in Ordnung. Beine sind okay, Kopf auch! Es zieht sich hinauf, irgendwann siehst du die Gipfel und man denkt sich, irgendwo dazwischen wird es wohl durchgehen. Man will sowas dann glauben, obwohl man ja weiß, man studiert die Strecke ja genau, dass es ganz hinauf geht! Einige Zeit später sieht man dann schon weit nach oben und es ist in dieser Phase fast unfassbar was man sieht, wo es da jetzt weiter geht. Steil, voll steil, geht fast nicht mehr, so meine Einteilung. Ich habe aber die Kraft und den Biss das durchzuziehen. Es sind jetzt schon einige am Limit, stehen, schieben und kämpfen sich den Berg hinauf. Es gelingt mir auch den letzten steilen Aufschwung hinauf zu drücken, bevor ich dann bei der Verpflegungsstation auf ca. 2750m einrolle und mir fällt dabei nur ein: „das war jetzt aber schon zach“! Ja das sagen alle, kommt als Antwort. Jetzt gibt es einmal einen Becher Cola, man ist voll glücklich, man kann noch scherzen und lachen. Jetzt nur noch 12km bergab und ein kurzes Stück bergauf, die Info. Hörte sich eh super an, aber es wartet jetzt der neue Höllkar Trail. Ja wieder ein Lenkerbreiter mit Spitzkehren durchsetzter Trail, dazu Holzrampen, kleine Felsrippen usw. in gefühlt unendlicher Länge. Die ganze Abfahrt besteht aus wenig einfachen Wegabschnitten, sodass Konzentration und Kondition bis zum Zielbogen gefragt sind. Selbst im Skitunnel ist es eng und man brettert mit ordentlich Tempo zwischen den Förderbändern durch. Der Ironbike 2026 auf neuer Strecke war wieder der absolute Wahnsinn. Ein Feuerwerk an Eindrücken und Erinnerungen werden bleiben. Man hat wieder alles richtig gemacht! Die Schleife nach Galtür ist super, die Anstiege wie gewohnt steil, steiler, geht fast nicht mehr! Der Schmuggler Trail entlang des Gebirgskammes auf über 2800m ist echt heftig. Eigentlich eine Aneinanderreihung an Superlativen. Meiner Meinung nach ist jeder der hier bis zum Zielschluss ins Ziel kommt, top fit! Auch die Abfahrten sind mit diesen Längen auf diesen Pfaden eine echte Herausforderung. Das in Summe erfordert auf der EXTREME Strecke echt was von den Teilnehmern, und das jetzt seit 31 Jahren. Nach 2024,2025 konnte ich mich wieder deutlich verbessern. In meiner Klasse auf Rang 8 und auch die Zeit ist wieder deutlich besser geworden im Vergleich zu meinen Konkurrenten und auch im Gesamtabstand nach vorne. Ich bin vorerst zufrieden, wie man halt nach drei Jahren nach einer ewigen Pause zufrieden sein kann. Es ginge halt noch so viel bei mir! Jetzt kommt wieder das Thema alter, in meinem alter macht man die Dinge konsequent, Rückschläge nimmt man gelassen, Fehler erkennt man und versucht Sie nicht mehr zu machen. Und das Wichtigste:“ nie aufgeben, mit Hirn fahren und durchfahren“!
Nach dem Ironbike ist vor Saalbach Hinterglemm! Die Strecke des M80 ist ähnlich der Ironbike Strecke, ebenfalls nur was für echte Kletterer und auf den Trails sollte man sein Bike schon sicher im Griff haben.
Saalbach Hinterglemm – 12.09.2026 – 80 km, 3720 hm – M40: 5. Platz
Das Wetter war perfekt und bei recht kühlen Temperaturen startete das Rennen um 9:00 Uhr. Die ca. 650 Teilnehmer rollten kontrolliert bis Saalbach bis dann im ersten Anstieg das Feld freigegeben wurde. Ab jetzt wie immer Gas geben, aus dem Gewusel heraus kommen und Plätze gut machen! Mir taugen diese Verhältnisse im Spätsommer, wenn es kühler wird, die Sonne dann im Laufe des Tages kräftiger wird, so wie man selber immer besser und stärker in das Rennen findet. Am ersten Anstieg zur Panoramaalm habe ich schon aufgepasst um nicht zu früh eine Überbelastung zu riskieren, man lässt dann doch den einen oder anderen ziehen. Ab Kilometer 20 beginnt dann der Marathon so richtig, es geht 1100 Höhenmeter hinauf zum Westgipfel. Bevor es aber richtig zur Sache geht wird nochmal Verpflegung aufgenommen. Ich kann ein gutes Tempo fahren, meine hartnäckigen Verfolger sind dabei nicht ganz unschuldig. Es geht beständig nach vorne, das passte. Nach der Verpflegung am Schattberg und weiter über den kurzen steilen Anstieg auf den Westgipfel ging es knackig Richtung Hacklberg Alm und weiter Richtung Ellmau Alm. Es ist mir halbwegs gelungen auf dem teils schwierigen Terrain der Abfahrt meine Position zu halten. Aber es geht schon wieder weiter Richtung zweiten langen Anstieg mit ca. 900 Höhenmetern auf den Zwölfer Kogel. Man schraubt sich sprichwörtlich wieder hinauf auf fast 2000m Höhe, eine steiles Stück nach dem anderen, ohne Ende geht es hinauf. Der letzte Abschnitt, schätze ca. 1km, kommen einem schon die Fahrer zurück entgegen, das heißt man sieht, wer unmittelbar vor einem fährt. Kurz vor dem Wendepunkt kommen mir einige gute Leute, darunter der Woisi, der Local Hero aus Hinterglemm, gefolgt von einigen mehr entgegen. Ich habe gleich auf die Uhr geschaut wie die bei mir vorbeigebraust sind. Am Gipfel und zugleich Wendepunkt ist zunächst wichtig, wieder Verpflegung aufzunehmen, dann wird die Verfolgung aufgenommen. Ich war jetzt schon voll happy, und als ich die Stelle passiert hatte wo mir die Gruppe entgegen kam, wieder kurzer Blick auf die Uhr und ich wusste drei bis vier Minuten, das ist voll gut! Gleichzeitig war mir klar, die fahren das zum x-ten mal, bergab lassen manche es voll krachen da hole ich nicht viel auf. Also ein sicheres Tempo durchziehen, sich nicht verleiten lassen einen Abflug zu riskieren und dann bei den letzten beiden Anstiegen voll reindrücken. Der eine oder andere war immer wieder vor mir zu sehen, aber diese neue Gruppe zu der ich aufgeschlossen habe, die ist halt schon von guter Performance. Ich habe nochmal Vollgas gegeben aber es ist halt so, je weiter man nach vorne kommt desto dünner wird die Luft. Und wenn man ein Mountainbiker ist, dann fährst du alleine, du kannst dich nicht irgendwie dranhängen, du trittst was du trittst und das ist es dann. Diese Leute lassen halt auch nicht nach! Im Ziel angekommen hör ich schon vom Sprecher: „fünfter in seiner Klasse“! Aha fünfter, bin zwar ausgepowert aber nicht am Ende, das Ergebnis passt. Als ich mir das Ranking genauer angeschaut habe, sehe ich das nur fünf Minuten auf das Stockerl fehlten. Bei einem Rennen was über fünf Stunden dauert und über 3700 Höhenmeter geht, da passiert viel. Sekunden oder Minuten suchen, auf meinen Amateurlevel, tu ich da jetzt auch nicht. Einfach zu langsam, ich bin immer zu langsam, auch wenn ich wie dieses Jahr wieder deutlich schneller geworden bin. Saalbach Hinterglemm – Strecke, Wetter, Ergebnis es war wieder super!
Frankenfels Dirndlrace – 19.09.2026 – 40 km, 1600 hm – M40: 14. Platz
Als Saisonausklang wollte ich wieder in Frankenfels beim Trophy Race teilnehmen. Mir gefällt dieser Rundkurs mit 20km Länge. Die Anstiege sind recht steil, die Abfahrten flowig, aber nicht schwer. Gerade im Spätsommer oder Frühherbst pass das gut, meistens Feuchtigkeit in schattigen Passagen, da wären zu viele Wurzel- oder Felspassagen unnötig gefährlich. Einzig auf den Wiesenquerungen gab es den ein oder anderen Abflug. Ich bin vom Start weg Aufgrund der für meine Verhältnisse kurzen Gesamtstrecke von nur 40km flott losgefahren. Egal ob du bei einem Rennen mit 1000 Startern oder nur 50 fährst, 15 Minuten vor dem Start stehen alle da! Ich weiß echt nicht was ich da tun soll, fahr ich lieber noch eine Runde, und vorne reinwursteln ist auch nicht meine Art. Also heißt es Gas geben und sich nach vorne arbeiten, was auch ganz gut funktioniert. Ich komme am Berg immer besser in meinen Rhythmus und ziehe vor allem in der zweiten Runde voll durch. Bis zur letzten Zwischenzeit kann ich mich von Rang 30 auf Rang 16 Gesamt vorarbeiten. Ich war zu diesem Zeitpunkt sehr zufrieden, das Tempo passt, es sollte eine deutliche Verbesserung zu 2025 werden. Plötzlich auf der letzten langen Abfahrt ca. 6km vor dem Ziel hat es einen „tuscher“ am Hinterrad gemacht und ich bin auf der Felge gestanden. Naja, hilft eh nix, sofort stehen geblieben und einmal Ausschau gehalten. War dann gleich zu sehen, ui ist ein gröberer Patschen! Weil ich ja irgendwie aus dem Wald kommen muss, habe ich das Rad ausgebaut, den Mantel gelöst, und aha da kann ich ja fast den kleinen Finger durchstecken. Glücklicherweise war mein Schlauch mit einem Stück Karton eingeschlagen, den ich dann beilegen konnte, weil ich mir nicht sicher war ob es mir bei dem Loch nicht den Schlauch heraus drückt und es wieder einer „tuscher“ macht. Nach dieser elenden und ewigen Fummelei, konnte ich meine Fahrt, man muss sagen sanftmütig, fortsetzen. Eigentlich bin ich den Berg hinunter geeiert. Noch ein kurzer Anstieg und dann eine kurze Wiesenabfahrt und ich hatte es ins Ziel geschafft. Ja dann war ich wieder am 30. Platz so wie am Anfang des Rennens. In so einem Moment ist man voll angezipft, wieso muss mir das passieren?! Trotzdem Frankefels ist super, eine tolle Runde, für mich könnte es länger sein, aber eine feine Veranstaltung.
Was mir ebenso gefällt, sind die Kinderrennen die bei einigen Veranstaltungen angeboten werden. Hier in Frankenfels am Vormittag, oder auch in Ischgl und beim Granitmarathon am Vortag. Teilweise sind diese Kostenlos. Es wäre schon wichtig, wenn die Kinder noch irgendwas normales machen, und ein Bewusstsein geschaffen wird, das Radfahren auch ohne Hilfsantrieb möglich ist. Es ist halt alles ein bisschen gestört geworden, elektrischer Kindertraktor, E-Bike,E-Scooter usw. Und auf der geistigen Seite haben wir Social Media und künstliche Intelligenz. Wenn man ständig mit Krücken geht, dann kannst du halt irgendwann nicht mehr richtig gehen, vor allem wenn es keine Notwendigkeit dafür gibt. Es ist einfach so geworden, wir brauchen ja auch einen Strom um die Kette von einem zum nächsten Ritzel zu bewegen, oder die Sattelstütze zu versenken usw, da will ich vom E-Bike noch gar nicht reden. Klimawandel, Ressourcenverbrauch, Energieverbrauch alles wurscht! Da wären viele Dinge die kein Mensch braucht, aber jeder hat es, und diejenigen die das nicht wollen, können es sich bald nicht mehr aussuchen!
Was bleibt für mich? Es war wieder ein super Jahr. Schon mit Problemen, gab halt Umstellungen, aber die mussten sein damit am Ende wieder was weiter geht. Es nutzt einfach nix, man muss ab einem gewissen Niveau einfach mehr tun, mehr ausprobieren um weiter zu kommen. Und am Ende waren dieses Jahr wieder schöne Fortschritte da. Wie ich schon gesagt habe, ich bin immer zu langsam, weil ich ganz genau merke was bei mir weitergehen könnte, ich weiß aber auch das das schon eine harte Sache ist. Aber wie ich im ersten Jahr gefahren bin und wie ich jetzt fahren kann, das ist schon okay! Der Kreis hat sich jetzt im Oktober wieder geschlossen und bald beginnt wieder ein Neuer. Und wenn es nochmal vorwärts geht, dann wird es schon interessanter!
Fazit
Ein Jahr mit Höhen und Tiefen, aber klaren Fortschritten. Trainings- und Ernährungsanpassungen haben sich ausgezahlt. Du bist gelassener geworden, analysierst besser und bleibst konsequent: „Nie aufgeben, mit Hirn fahren und durchfahren.“
(Josef Lieschnegg)
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